Mrz
19
2015

USV mit Windows-Bordmitteln betreiben

Kategorie: Windows allgemein   |  3 Kommentare


Wie kann ich eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV oder englisch UPS) mit Windows-Bordmitteln verwenden, sodass der Server beim Stromausfall automatisch heruntergefahren wird?

Diese Frage stellten wir uns während der Installation unserer DMS-Lösung vor Ort bei einem Kunden zusammen mit dem System-Administrator. Während der Installation stellten wir fest, dass der Server ausgelastet war, obwohl niemand mehr arbeitete.

Ausgangssituation

Der Server wird mit Windows 2012 R2 betrieben und zur Ausfallabsicherung ist eine „APC Smart-UPS“ als unterbrechungsfreie Stromversorgung angeschlossen. Zum Lieferumfang gehört die Software PowerChute Business Edition, welche u. a. für die Überwachung der Stromversorgung und das Herunterverfahren des Servers bei einem Stromausfall zuständig ist. Folgendes haben wir festgestellt:

  • Der PowerChute-Dienst belegt durchgehend etwas Prozessorleistung (ca. 4 bis 5%) und verursacht Datenverkehr. In Foren ist zu lesen, dass ständig Daten für eine Energieverbrauchs-Statistik gesammelt werden.
  • Dazu kam, dass „Java (TM) Platform SE binary (32 bit)“ bis zu 60% Prozessorleistung verbrauchte und manuell beendet werden musste. (Nach der Deinstallation von PowerChute trat dies nicht mehr auf.)

Zurück zur Windows-Akkusteuerung

Windows erkennt eine per USB angeschlossene USV als Akku und kann ein Herunterfahren des Servers bei Stromausfall veranlassen. Im Prinzip wie bei einem Notebook, das bei einem fast leeren Akku das Betriebssystem herunterfährt oder in den Ruhemodus versetzt. Der Administrator hat sich entschlossen, die PowerChute-Software zu deinstallieren und Windows-Bordmittel zu verwenden. Vorgehen:

  1. Über Verwaltung | Dienste den PowerChute-Dienst beenden.
  2. Systemsteuerung | Programme und Features: PowerChute-Software deinstallieren.

Jetzt sollte Windows die USV wieder erkennen – tat es hier aber nicht. Auch ein Server-Neustart und der Wechsel des USB-Anschlusses halfen nicht. Vorgehen:

  1. Verwaltung | Geräte-Manager. Im Knoten „Akkus“ ist der Eintrag für die APC Smart UPS zu finden. Bitte mit der rechten Maustaste anklicken und im Popupmenü Eigenschaften wählen. Auf der Seite Treiber auf Vorheriger Treiber klicken.
  2. Der Windows-Treiber für die USV wird wieder verwendet, das Batterie-Trayicon eingeblendet und die erforderlichen Einstellungen in den Energieoptionen aktiviert.

Herunterfahren mit Windows-Energieoptionen konfigurieren

  1. Wählen Sie Energieoptionen in der Systemsteuerung und klicken Sie auf den Link Energiesparplaneinstellungen ändern hinter dem aktivierten Energiesparplan. Klick auf Erweiterte Energieeinstellungen ändern.
  2. Öffnen Sie den Knoten Akku. Die Aktion bei kritischer Akkukapazität bitte auf „Herunterfahren“ einstellen. Die kritische Akkukapazität bei Akkubetrieb ist standardmäßig sehr gering bei 5% eingestellt, was für Notebooks ok ist. Der Server mit USV sollte aber sehr schnell nach dem Stromausfall heruntergefahren werden, damit noch genügend Kapazität hierfür vorhanden ist. Stellen Sie beispielsweise 94% ein:
    Dialog "Energieoptionen"
  3. Vor einem Test sollten Sie sicherstellen, dass derzeit niemand am Server angemeldet ist.

 

3 Kommentare

  • Christoph sagt:

    Grandios! Vielen Dank für diesen Artikel!

    Nach der Deinstallation einer Defekten PowerChute hatte ich das Problem dass die Akku-Einstellungen verschwunden waren.
    Dank deinem Artikel sind sie jetzt wieder da! :)

  • Jo sagt:

    Danke für Deinen Artikel!
    Hat mir geholfen.
    Hab die Einstellungen nach deinstallation von dem PowerChute Schmarrn nicht mehr gefunden.

    Voriger Treiber wurde aber keiner angezeigt, da schon mehrere Installtionsversuche.
    Deswegen Treiber deinstallieren, USB USV Ab- und Anstecken, und der originale Treiber wird wieder automatisch installiert.

  • Florian Hamminger sagt:

    Danke, danke, danke!

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